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Let's feel it all - Emotionen

  • iromv1
  • 10. Juli 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Halloooo,

heute geht es um das Thema Emotionen, welche Funktion sie haben und wie man sowohl die eigenen als auch die der Mitmenschen besser verstehen kann!

Es gibt die verschiedensten Modelle über die Anzahl an Grundemotionen, doch ich stelle euch eines vor, welches ich selber erst vor ein paar Jahren kennengelernt habe und seitdem bei meiner Interpretation von schwierigen Situationen erfolgreich anwende. Es hat mir seither sehr geholfen mich selber und auch mein Gegenüber besser zu verstehen und einzuschätzen.





Welche Grundemotionen gibt es

Unsere Grundemotionen sind seit Anbeginn fest in uns verankert und genetisch festgelegt. Sie sind in uns vorhanden sobald wir das Licht dieser Welt erblicken, denn sie haben wichtige Funktionen.

Bei den Grundemotionen handelt es sich um:


Trauer

Wut

Angst

Freude

Ekel

Scham




Trauer
  • entsteht wenn:

  1. unser Bedürfnis nach Nähe nicht erfüllt wird

  2. wir um einen geliebten Menschen trauern (auch hier fehlt uns das Dasein dieser Person, also die Nähe)

  • sagt aus, dass wir uns mehr Nähe und Zugehörigkeit zu anderen Menschen wünschen


Grund: als Rudeltiere, war es zu unseren Anfängen von großer Bedeutung nicht ausgeschlossen zu werden, denn das bestimmte über unser Überleben. Allein hatten wir keine Chance. Und auch heute noch, ohne eine funktionierende Gesellschaft ist ein Mensch alleine nicht überlebensfähig. Auch wenn es mittlerweile anders wirken mag, weil wir unsere Arbeit haben, das Essen aus dem Supermarkt kommt und unser Haus mit Strom und Gas versorgt wird. Irgendwo kommt dies ja her, und zwar von Menschenarbeit. Also ja: auch heute wären wir aufgeschmissen, wenn wir aus der Gesellschaft exkludiert würden. Außerdem ist Nähe natürlich unentbehrlich wenn es um die Fortpflanzung, also den erhalt unserer Art, geht.



Wut
  • empfinden wir, wenn Grenzen (eigene oder die einer nahestehenden Person) verletzt werden

Wut ist ungemein wichtig zur Verteidigung unserer Grenzen. Wenn uns jemand etwas sagt, was wir nicht mögen, etwas tut, was uns verletzt oder negativen Einfluss auf uns hat, sind wir verärgert.

Wenn man jedoch lernt, die eigenen Emotionen zu unterdrücken und nicht zu zeigen, da es sich nicht schickt seine Wut auszuleben und dadurch Aufmerksamkeit zu erregen, kann man auch nur schwer Grenzen setzen. Das beides geht Hand in Hand. Natürlich bedeutet das nicht, dass man der Wut jedes Mal überhand lässt, rumtobt und Menschen vergrault, sondern diese wahrnehmen sollte und sachlich äußern darf was man nicht toleriert.

Unterdrückte Wut kann zu starker Frustration und Verzweiflung führen, denn dies bedeutet, dass man seine Grenzen nicht verteidigt und deshalb behandelt wird wie ein Pingpongball und das ist sehr ungesund für unsere Psyche.



Angst
  • Schutzmechanismus

Ohne Angst vor einem Bären oder Mammut wären wir zu unseren Anfängen ausgestorben. Und auch jetzt gibt es noch Ängste z.B. vor Schlangen, Insekten (welche möglicherweise giftig sind), Höhe usw., da wir zu unserem Schutz Respekt von derart Dingen und Lebewesen haben sollten, damit unsere Art überlebt.



Freude
  • Wegweiser

Freude zeigt uns was uns gefällt, glücklich macht und erfüllt. Sie zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und womit wir genau so weiter machen sollten! Wir erfahren durch sie auch welche Menschen uns gut tun und mit welchen wir uns somit auch häufiger umgeben sollten.



Ekel
  • Schutzmechanismus

Da wir von Nahrung abhängig sind, welche aus der Umwelt kommt und in unseren Körper eintrifft, und auch von Sauerstoff, welcher über die Lunge eingeatmet wird, müssen wir einen Schutzmechanismus haben vor Vergiftungen jeglicher Art. Toxine, Schimmelpilze, Bakterien, … Somit zeigt uns unser Ekel vor einem bestimmten Geruch oder Geschmack sehr ausdrucksstark was definitiv nicht in unserem Körper landen sollte.




Scham
  • Schutzmechanismus

..um den Fall der Ausgrenzung zu vermeiden. Wie oben bereits erwähnt, wäre es für uns überlebensgefährdend wenn wir aus unserem Stamm, unserer Gesellschaft, ausgegrenzt würden. Scham zeigt uns, dass wir etwas getan haben, was unsere Mitmenschen eventuell nicht akzeptieren oder wünschen, zeigt aber andersherum (z.B über das Rot-werden) unseren Mitmenschen, dass uns wichtig ist in unserer Gesellschaft und unseren Kreisen akzeptiert zu werden und niemanden zu verärgern oder wegzustoßen.



Negative Emotionen

Vor allem bei negativen Emotionen werden wir häufig von Eltern oder der Gesellschaft erzogen, dass diese unerwünscht sind. Doch auch sie sind ein wichtiger Wegweiser. Ohne Trauer verlieren wir unseren Anschluss, ohne Wut lassen wir uns schlecht behandeln, ohne Angst und Ekel gefährden wir unser Überleben.

Selbstverständlich ist ein Übermaß an negativen Emotionen, welches die Norm überschreitet, nicht Wünschenswert, da es ungesund ist. Es zeigt uns, dass etwas nicht stimmt. Depressionen, Angststörungen, Aggressivität und Ablehnung. Es kann uns zeigen, dass wir mit Kindheitstraumata zu kämpfen haben, dass wir viele unverarbeitete Themen mit uns herumschleppen oder es an bestimmten Erfahrungen mangelt, welche uns z.B. unsere Ängste nehmen würden.



Unterdrückte Emotionen

Erfahren wir nun immer wieder Ablehnung aufgrund unserer negativen Emotionen, kann das dazu führen, dass wir lernen unsere negativen Emotionen seien per se schlecht und führen generell dazu, dass wir alleine dastehen oder sorgen sogar für Streit. Somit unterdrücken wir diese irgendwann ganz automatisch. Doch das kann verheerende Folgen haben. Psychosomatische Erscheinungen z.B., ganz nach dem typischen Zitat von Ulrich Schaffer: „ ‚Geh du vor‘, sagte die Seele zum Körper, ‚auf mich hört er nicht, vielleicht hört er auf dich‘ ,…“ können Folgen unterdrückter Emotionen sein. (Welche unterdrückten Emotionen welche Reaktionen im Körper auslösen besprechen wir in einem separaten Post) Aber auch sekundäre Emotionen können dadurch entstehen.



Sekundäre Emotionen

Wenn wir eine bestimmte Emotion (primäre Emotion) immer wieder unterdrücken und nicht auf sie hören und dem nachgehen, was sie uns mitteilen will, kann eine sekundäre Emotion entstehen.

Beispiel: Ich bin traurig, weil mein aktuelles Bedürfnis nach Nähe, von einem mir wichtigen Menschen/einer Bezugsperson (Eltern, Partner, Freunde) nicht befriedigt werden kann. Nun äußere ich aber mein Bedürfnis nicht, da ich den Kontakt zu meiner Innenwelt verloren habe und gar nicht mehr wahrnehme was ich brauche und ignoriere/unterdrücke meine Trauer. Dann kann es dazu kommen, dass diese Trauer in Wut umschlägt und ich Streit suche, oder wegen Kleinigkeiten wütend werde, die eigentlich kein Problem darstellen würden.

Bei meiner Wut handelt es sich nun also um eine sekundäre Emotion. Also entstand die Wut nicht aus einer Verletzung meiner Grenzen sondern aus der vorausgegangenen und unterdrückten Trauer.

Eine weitere Möglichkeit wie sekundäre Emotionen entstehen ist durch die Interpretation der primären Emotion. Meist geschieht das automatisch und so wie ich es in meiner frühen Kindheit gelernt habe (was ist "richtig", was ist erwünscht, was hat keine negativen Konsequenzen). Ich bin also z.B. sauer, dass ich traurig werde (da es ja unerwünscht ist) und dies überdeckt dann meine ursprüngliche Trauer, welche aufgrund des Mangels an Nähe entstanden ist.

Wir sind nicht immer gut mit unserer Innenwelt verbunden, sodass Reaktionen auf eigene Emotionen sehr schnell und automatisiert entstehen. So tritt direkt die sekundäre Emotion an den Tag, was dazu führt, dass wir die primäre gar nicht mehr wahrnehmen und ihre Funktion deshalb nicht beachten können.



Wie ihr seht ist das Thema "Emotionen" sehr komplex aber ebenso interessant!

Vor allem in sozialen Gefügen kann es deshalb hilfreich zu sein, zu lernen wie wir menschen und unsere Gefühlswelt ticken, um uns und unsere Mitmenschen noch besser zu verstehen und das Zusammenleben schöner und harmonischer zu gestalten.

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen!


holeath.




 
 

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