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Ständig überreizt? Diese scheinbar harmlosen Faktoren belasten dein Nervensystem - besonders bei Neurodivergenz

  • 22. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft, in der es heutzutage zur Normalität gehört aktiv Stressreduktion zu betreiben. Deshalb kann es hilfreich sein, zu erkennen, mit welchem scheinbar harmlosen Gewohnheiten wir unser Nervensystem unnötig überfordern. Besonders bei Neurodivergenz und chronisch gestressten Menschen, aber auch denjenigen, die mit Trauma zu tun haben, kann es hilfreich sein, auf folgende Punkte zu achten.






Zu enge Kleidung tragen



Kleidung, die zu eng sitzt, einem die Hüften abschnürt, in den Bauch einschneidet und kaum Bewegungsfreiheit bringt, kann unser Nervensystem in Alarmbereitschaft bringen, da unsere Haut permanent Reize weiterleitet. Man muss nicht unbedingt gleich zu einem oversize Schnitt greifen, aber man sollte auch nicht aus Eitelkeit an einer Kleidergröße festhalten, die längst nicht mehr aktuell ist. Macht euch bewusst: die Zahl auf dem Etikett sagt nichts über euren Wert aus.






Schlecht sitzende Kleidung tragen



Darunter fallen Sachen wie:

  • Träger, die von den Schultern fallen

  • Röcke, die ständig gerichtet werden müssen

  • Schuhe, aus denen die Ferse rutscht

  • Jeans, die zu weit sitzen und permanent hochgezogen werden müssen


Wenn man dauerhaft mit dem zurechtrücken der Kleidung beschäftigt ist, kann das ganz schön nerven. Statt sich auf das hier und jetzt konzentrieren zu können, hat man ständig seine Klamotten im Kopf.







Synthetische Stoffe



Trägt man häufig Kleidung mit synthetischen Stoffen, vor allem enge Kleidungsstücke, können diese die Haut aufladen und reizen. Vor allem bei Körperbehaarung oder Stoppeln. Besser sind Naturstoffe wie Baumwolle, Wolle, Seide, ...







Haare, die ins Gesicht fallen



Besonders bei der Arbeit, beim Essen oder einem Tag, an dem man viel unterwegs ist, sollte man sich lieber zwei mal überlegen, ob man die Haare offen tragen will. Ständig in Augen und Gesicht fallende Strähnen, machen einen schnell kirre. Sobald ihr sie in einen Zopf oder Dutt bindet, merkt ihr wie gleich eine Last von euch abfällt.







Ständige Erreichbarkeit



Ja, heutzutage wird erwartet, dass man dauerhaft erreichbar ist. Was die meisten aber nicht verstehen ist, dass das einen ganz schön belasten kann. Und dabei ist es völlig irrelevant, ob es der Chef ist oder eine Freundin, ständige Erreichbarkeit ist ungesund. Es ist sogar bewiesen, dass das Klingeln des Handys, je nach Kontext, den Stresspegel erhöhen kann. Also tut euch selbst einen Gefallen und macht es in eurer Freizeit auf lautlos. Sobald ihr euch dazu in der Lage fühlt und euch Zeit nehmt zu chatten oder zu telefonieren, könnt ihr das Handy bewusst in die Hand nehmen und euch um eure Kontakte kümmern.







Dauerhaft Musik, Radio & TV im Hintergrund laufen lassen



Manche Menschen fühlen sich in stiller Umgebung schnell einsam. Aber: alles, was wir wahrnehmen, bewusst oder unbewusst, muss unser Hirn verarbeiten. Somit ist eure kognitive Kapazität irgendwann einfach leer, und euer Hirn gefüllt mit Infos jeglicher Art. Hört stattdessen lieber bewusst Musik/Podcasts oder Radio und schaut Netflix, wenn ihr wirklich Zeit dafür habt. Man denkt man würde sich entspannen, aber richtige Entspannung entsteht nur, wenn die Reizlast nachlässt.







Den Toilettengang aufschieben



Bedürfnisse aufzuschieben, ist zu gewissem Grad normal. Man kann nunmal nicht immer und überall das bekommen, was man grad braucht. Doch wer dauerhaft Bedürfnisse unterdrückt oder aufschiebt, wie auch den Toilettengang, stresst sein System damit enorm.







Unregelmäßige Mahlzeiten



Hat man mal wieder keine Zeit zu Essen, kann man das auch mal vertagen, gestresst kann man sowieso nicht richtig verdauen. Doch sich den ganzen Tag keine Zeit zu nehmen, vernünftig zu essen und den Körper mit Nährstoffen zu versorgen, sorgt für einen erhöhten Cortisolspiegel. Ist man nämlich unterzuckert, versucht der Körper über andere Methoden Energie zu bekommen, und da hilft Cortisol bei der Bereitstellung dieser.








Den Einfluss von Temperatur ignorieren



Auch zu warme oder kalte Temperaturen können, bei unpassender Kleidung, für eine Stressreaktion sorgen. Unser Körper möchte eine konstante Temperatur erhalten, was wichtig ist, um optimal zu funktionieren. Alles was zu sehr abweicht, wird als Gefahr gedeutet.






Dies alles scheinen bekannte Alltagssituationen zu sein. Doch wann hat man das letzte Mal wirklich darauf geachtet, sich nicht unnötig das Leben schwer zu machen, nur weil man etwas "halt schon immer" so gemacht hat? Erst wenn man wirklich aktiv darauf achtet, sich dessen bewusst wird, kann man Veränderung anstreben. Und genau das ist mein Ziel. Mehr Bewusstsein zu schaffen, auch für solch vermeintlichen Kleinigkeiten, damit wir alle ein Stück entspannter und regulierter unseren Tag bestreiten können. Vor allem bei neurodivergenten Menschen können solche Maßnahmen richtige game-changer sein. Besonders, wenn man frisch diagnostiziert ist, oder bisher nur die Vermutung hat, dass man zu dieser Gruppe gehören könnte.






 
 

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